Unsere Herdwicks

Es gibt viele, unzählige, wirklich faszinierende Schafrassen, und eine davon hat uns ganz besonders begeistert, so sehr, dass wir 2014 in Kooperation mit Doris Brand aus Friedberg diese Rasse bei uns aufgenommen haben und seitdem auch züchterisch betreuen.
Die Rede ist von Herdwickschafen aus dem Lake Distrikt - eine uralte englische Rasse mit durchaus eigenen Ideen. Sehr selbstständige Schafe mit ausgeprägtem eigenen Willen. Faszinierend in der Optik und durchaus wirtschaftlich in punkto Mastleistung. Perfekt ausgelegt für unsere Gegebenheiten. Wir sind sehr froh, eine bisher kleine Gruppe dieser Tiere unser eigen nennen zu dürfen.
Die Rassebeschreibung liest sich folgendermaßen:
Das Herdwick ist ein mittelgroßes Schaf, dessen Wollfarbe bei ausgewachsenen Tieren von hell- über dunkelgrau bis blaugrau reicht. Frisch geborene Lämmer sind zunächst grau bis schwarz. Einjährige Herdwicks haben eine dunkelbraune Wolle, die in den weiteren Lebensjahren zu hell- bis dunkelgrau aufhellt. Die Beine sind bis zum Vorderknie beziehungsweise bis zum Sprunggelenk bewollt, die Farbe der auffallend stämmigen Beine ist weiß. Der Kopf ist ramsförmig und sollte ebenfalls weiß oder hellgrau sein.
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Böcke weisen Hörner auf, die schneckenförmig wachsen, und haben eine abfallende Rückenlinie. Weibliche Tiere sind im Gegensatz zu den Böcken immer hornlos.
Böcke erreichen eine Widerristhöhe von 75 Zentimeter und wiegen zwischen 75 und 90 Kilogramm. Die Auen erreichen eine Widerristhöhe von 70 Zentimeter und wiegen zwischen 60 und 65 Kilogramm.
Die Wollleistung beträgt zwischen 1,5 und 2,5 Kilogramm pro Jahr. Die Wolle ist relativ grob und wird fast ausschließlich zur Herstellung von Teppichen verwendet. Sie spielt heute bei der Haltung der Schafe nur eine untergeordnete Rolle, da auf Grund der niedrigen Wollpreise die Schur der Schafe kaum lohnt.
Herdwicks werden heute vorwiegend zur Landschaftspflege eingesetzt. Sie gelten als ausgesprochen robuste und genügsame Schafe und sind in der Lage, mit schwierigen Wetterbedingungen zurechtzukommen. Sie sind im Winterhalbjahr in der Lage, auf den Weiden in den Hügeln und Bergen dausreichend Nahrung zu finden. Sie kommen auch auf ausgesprochen kargen Weiden zurecht und ihnen wird auch im Winterhalbjahr in der Regel nicht zugefüttert. Es gibt einzelne Berichte von Herdwicks, die über die Dauer von Wochen eingeschneit waren und obwohl sie aus Hunger ihre eigene Wolle gefressen hätten, sich von dieser Notzeit vollständig wieder erholt hätten.
Herdwicks sind außerdem ausgesprochen standorttreu, eine wesentliche Eigenschaft in der hügeligen Landschaft des Lake Districts, in der die Weiden meist nur durch niedrige Steinwälle begrenzt sind. Leben sie auf mageren Weiden, wachsen die Schafe nur langsam heran und die Auen können häufig erst in ihrem dritten Lebensjahr gedeckt werden. Herdwicks entwickeln dabei einen ausgesprochenen Instinkt, auf die Weideplätze zurückzukehren, auf denen sie aufgewachsen sind. Es wird von Herdwick-Mutterschafen berichtet, die auf den Viehauktionen im Herbst auf andere Höfe verkauft wurden, im Frühjahr aber wieder auf ihre heimatlichen Weideplätze zurückgekehrt seien. Sie fanden dabei über eine Distanz von vierzig bis fünfzig Meilen zu ihren ursprünglichen Weiden zurück. Es gibt nur wenige Schafrassen, die in vergleichbarer Weise in der Lage sind, Schwächen in der Umzäunung ihrer Weide zu erkennen und dies auszunutzen.
Das Fleisch von Herdwick-Schafen gilt als ausgesprochen delikat. Bevor Hammelfleisch, also das Fleisch kastrierter Schafböcke, aus der Mode geriet, war das Fleisch von Hammeln dieser Rasse besonders geschätzt. In traditionell geführten Herdwick-Herden liefen auch immer eine größere Zahl kastrierter Männchen mit. Sie wurden frühestens dann als Schlachtvieh verkauft, wenn sie mindestens ein Alter von drei Jahren erreicht hatten. Charakteristisch für das Fleisch solcher Hammel ist ein Wildgeschmack, der auf die kräuterreiche Weide zurückzuführen ist.









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